Willkommen bei Hanfkalk-Berlin,

Ein ressourcen- und klimagerechtes Bauen ist möglich! Hanfkalk - auch als Hanfbeton bekannt - steht für einen innovativen und natürlichen Bau- und Dämmstoff, der bereits weltweit in Gebäuden seine Anwendung findet. Hanfkalk-Berlin informiert über seine vielseitigen Eigenschaften und setzt sich für Erfahrungsaustausch und Netzwerke ein, die bereits mit Hanfkalk ihre Umwelt gestalten.


 

Hanfbau-Symposium Berlin 2019

Hanfbau Symposium Berlin 2019

Rund 30 Hanfbaubegeisterte trafen sich vom 1. bis 2. August zum ersten Hanfbau-Symposium in Berlin. Organisiert vom Hanfbau-Kollektiv und der IG Naturbau e.V., boten am ersten Tag die Redner*innen einen umfassenden Einblick in die vielseitigen Aspekte des Bauens mit Hanf.

Hanfkalk stand thematisch im Vordergrund - seine Entstehungsgeschichte, seine bauphysikalischen Eigenschaften und seine Verarbeitungstechniken. Wir stellten darüber hinaus konkrete Bauprojekte, Produkte und künstlerische Anwendungen sowie die wirtschaftlichen Aspekte für Händler*innen vor.

Am zweiten Tag legten die Teilnehmer*innen selbst Hand an. Unsere dafür vorbereiteten Modelle zeigten mögliche Nass- und Trockenbauverfahren mit Hanfsteinen und Rezepturen mit Luft- und natürlich hydraulischen Kalken. Henrik Pauly stellte die Vorzüge von Schalungssytemen vor, Dr. Norbert Höpfer unterzog Hanfkalk-Probekörpern einem Brandtest und Birgit Zell und Yasmin Bawa gestalteten Hanfkalk-Wandoberflächen mit wasser- und schmutzabweisenden Kalkputztechniken wie Kalkglätte und dem traditionell marokkanischen Tadelakt.

Das Symposium bot sich als Plattform für Austausch und Vernetzung für viele einzelne und engagierte Menschen an, die den Hanf bekannter machen und vor Ort auf die Baustellen bringen wollen.

Hanfbau-Kollektiv Modellbau 2018

modellbau

Das Hanfbau-Kollektiv setzt sich zusammen mit der IG Naturbau e.V. für das Bauen mit Hanf in Deutschland ein. Wir sind Menschen, die über das gesamte Bundesgebiet verteilt, im Handwerk, in der Architektur, im Ingenieurbau, in der Kunst und im Naturbaustoffhandel tätig sind. Abgesehen vom Austausch und der Vernetzung untereinander, organisieren wir in Deutschland Veranstaltungen wie Symposien und Workshops zu dem Thema Bauen mit Naturbaustoffen mit der Spezialisierung Hanfkalk. Weitere Informationen unter www.hanfbaukollektiv.de.

Prüfstand Hanffaser Uckermark 2017

uckermark

Angespornt durch die guten Erfahrungen beim Bau des Hanfkalkhauses in Berlin, folgt eine weitere Zusammenarbeit mit der Hanffaser Uckermark eG für ein FuE-Kooperationsprojekt. Es geht um die Entwicklung von Hanfkalk-Wandtafeln mit wärme- und schalldämmenden Eigenschaften. Vorrangig sollen sie zum Einsatz kommen in Fassadensystemen gewerblich genutzter Gebäude wie z.B. bei Lagerhallen. In den laufenden zwei Jahren stellen wir zusammen mit der Hochschule Wismar und dem Innovations- und Bildungszentrum Hohen Luckow e.V. Probekörper her und beobachten deren Verhalten aufgrund veränderter Parameter.

Wir testen verschiedene Partikelgrößen von Roh- und Feinschäben, deren Kompaktierung, Förderung und Mischung. Beobachten Schwind- und Quellverhalten beim Trocknen je nach benötigter Wassermenge und den Einfluß der Menge und Zusammensetzung von mineralischen Bindemitteln aus Tonmehl, Kalkhydrat, Branntkalk und Natürlich hydraulischen Kalken. Nach überzeugenden Zug-und Druckfestigkeitsuntersuchungen stellen wir schließlich mit einer Grundrezeptur 1.2m x 0,8m-formatige Mustertafeln für weitere Untersuchungen an zwei Holztragwerken im Außen- und Innenbereich der Fabrik her.

Eine der Konstruktionen ist ein zwei-schaliger Prüfstand. Er ermöglicht es Verbindungstechniken an den Tafeln zu testen und Veränderungen wie Verformung, Verfärbung oder Rissbildung unter realen Einsatzbedingungen zu dokumentieren. Die Tafeln werden an das Holzständertragwerk angeschraubt bzw. mit Flacheisen eingespannt. Sie lassen sich unproblematisch bohren, sägen oder schleifen. Jede Tafel wiegt zwischen 60 und 70 kg.

IHBA Hanfbau-Symposium in Lüchen 2015

IHBA

Vom 6.- 7. Oktober 2015 trafen sich in Lüchen und Prenzlau etwa dreißig Teilnehmer zum 5. Internationalen Hanfbau-Symposium des IHBA (International Hemp Building Association). Als Mitorganisator habe ich mich in einem einwöchigen Arbeitsrausch befunden, in dem durchweg über Mischungsverhältnisse, Bindemittel, Qualität von Hanfschäben, Festigkeiten von Hanfkalk-Steinen und neuen Bauprojekten gesprochen wurde.

Die Themen der Vorträge reichten von aktuellen Forschungsergebnissen, technischen Entwicklungen und bauphysikalischen Phänomenen bis zu persönlichen Case-study Präsentationen. Über die Offenheit und Zugänglichkeit der Teilnehmer bei Fragen, kritischen Anmerkungen und Verbesserungsvorschlägen habe ich schon bei den vorausgegangenen Symposien gestaunt. Der Austausch des Erfahrungsschatzes, der aus Schweden, Frankreich, Kanada, Großbritannien, den USA und selbst Nepal angereisten Personen, füllte die gemeinsamen Abende bis in die Morgenstunden. Um so mehr hat es uns alle verwundert, wie ernüchternd gering die Zahl der aus Deutschland kommenden Teilnehmer war.

Zu jedem IHBA-Symposium gehört zum festen Programmpunkt der Besuch eines Bauprojektes, einer laufenden Baustelle oder Firma, die sich mit Hanf, Kalk oder Lehm beschäftigt. In diesem Jahr ludt die Hanffaser Uckermark eV. die Teilnehmer zu einem Gang durch die Fabrik mit den Bastfaseraufbereitungsanlagen ein. Im Anschluß demonstrierte die Firma Euromair auf dem Werksgelände die Entwicklung einer neuen Sprühmaschine für Hanfkalk.

Hanfkalkhaus in Berlin 2014

Hanfkalkhaus

Ursprünglich geplant als Praxis-Workshop und Kompaktseminar entstand 2014 in drei Tagen die Gebäudehülle des Gartenhauses im Süden Berlins mit Hanfkalk. Das Haus diente als Pilotprojekt für in naher Zukunft geplante Bauprojekte. Die eingesetzte Hanfkalk- Mischung wurde in dieser Form erstmals einem Praxistest unter lokalen Klimaverhältnissen ausgesetzt und erlaubt seither wertvolle Rückschlüsse bzgl. Haltbarkeit und anderer Eigenschaften des Baustoffs.

Besonders positiv hervorzuheben ist die Zusammenarbeit mit den Bauherren und dem Zimmermann Kevin Kutzner sowie dem Hersteller Rainer Nowotny - Mitbegründer und Vorstandsmitglied der Genossenschaft Hanffaser Uckermark. Die Zimmererarbeiten umfassen die Konstruktion des Gartenhauses in Holzständerbauweise mit Pultdach und diese bildet die statische Grundlage für den anschließenden Wandaufbau. Die Schaltechnik erlaubt einen zügigen Wandaufbau von bis zu einem Meter Höhe pro Tag. Die kalkbasierte Fertigmischung mit Feinschäben wird Vorort mit Wasser angemischt und zwischen die Schalung schichtweise eingebracht und verdichtet. Ohne Vorerfahrung ist das Engagement des 4-Köpfigen Teams beeindruckend mitzuerleben. Schnell werden auch die „persönlichen Handschriften“ der Beteiligten beim Einbringen und Verdichten der wachsenden Wandflächen sichtbar.

Während des Bauprozesses wird durch das unter der Schalung heraus sickernde Wasser deutlich, dass die Wassermenge beim Mischen reduziert werden muss. Eine Erkenntnis, die sich während des Trockenzeit durch vereinzelt auftretende Schwindrisse in der 20 cm dicken Wand bestätigen soll. Vor dem außenseitigen Verputzen mit Kalkputz warten wir das Austrocknen der Wand ab und verfüllen die Fugen anschließend mit der Fertigmischung in gleicher Konsistenz.

 

Hanfbaukurs in Irland 2013

Hanfbaukurs

Auf meiner Suche nach bestehenden Gebäuden aus Hanfkalk in Deutschland, stoße ich immer wieder auf Aktivitäten des IHBA - International Hemp Building Association – und dessen Geschäftsführers Steve Allin. Als gemeinnützige Organisation vernetzt, berät und unterstützt IHBA seit 2009 unermüdlich seine 200 Mitglieder in 25 Ländern, darunter Bauherren, ausführenden Firmen, Landwirte, Ingenieure und Experten für Hanfkalk sowie all diejenigen, die es werden wollen. Nebenbei erfahre ich, dass die Zahl weltweit gebauter Hanfkalk-Häuser täglich steigt. Eine rasende globale Entwicklung des kommerziellen Einsatzes, der bauphysikalischen Untersuchung und baurechtlichen Anforderungen an den Hanfkalk zieht seit Jahren an Deutschland spurlos vorüber.

Ich mache mich also auf den Weg zu Steve nach Kenmare im Landkreis Kerry, um an einem seiner Hemp Building Workshops teilzunehmen. Inmitten einer sanften Hügellandschaft lernen wir in wenigen Tagen die theoretischen und praktischen Grundlagen, die es benötigt, um mit Hanfkalk Dächer, Böden und Wände zu dämmen und verputzen zu können.

Alle Außen- und Zwischenwände seines eigenen Hauses sind Zeugnis der Ergebnisse vorausgegangener Workshops und damit ein aufgeschlagenes Lesebuch von Mischungen, die beim Einbringen entweder zu trocken oder zu feucht waren, zu stark verdichtet wurden und zu viel oder zu wenig vom jeweiligen Bindemittel enthalten. Ob Klumpenbildung, Kalkeier, Rißbildungen - Steve läßt bei seinen Erklärungen keinen Schaden aus. Es ist seine Offenheit die Vertrauen schafft und es ist das Innenraumklima, die Robustheit und reversible Einsatzfähigkeit des Hanfkalks unter typisch Irischen Regenwetterbedingungen, die uns begeistert. Neben der Arbeit bleibt immer auch Zeit für ein Gespräch bei „Coffee and Cigarettes“ .

 

Das Centro Portugues in Yverdon-les-Bains 2012

centro

Zum Zeitpunkt unseres Besuches des portugiesischen Kulturzentrums in der Avenue de L‘Hippodrome waren die Sanierungsarbeiten an der Fassade bereits 1 Jahr zuvor abgeschlossen worden. Und was ich sah, begeisterte mich sofort! Erstmalig stand ich vor einem mehrstöckigen Hanfkalk-Projekt und kam sogleich in den Genuss einer außergewöhnlichen Leistung von Pascal Favre (Bauleiter).

Die bis zu 12 cm dicke Hanfkalkschicht ummantelt die Aussenseite der Außwände auf darunterliegenden Holzfaserdämmplatten. Dadurch, dass die in die Wanderschalung gefüllten Schichten losen Hanfkalks im oberen Bereich stärker verdichtet werden, ergibt sich die horizontale Textur der unbehandelten Oberfläche, wie sie auch bei Stampflehmwänden vorkommt. Die roten, beigemischten Pigmente lassen das Gebäude selbst bei bedecktem Himmel erstrahlen.

Eine Unterkonstruktion aus Dachlatten mit schräg hervorstehenden Holzdübeln verzahnt sich mit dem Lage um Lage händisch eingebrachten Hanfkalkgemisch und stabilisiert dieses zusätzlich. Durch die in die Schalungen eingesetzten Dreiecksleisten können die Außenkanten der Fensterlaibungen gleichmäßig umlaufend abgeschrägt werden und mindern damit ihre Stoßempfindlichkeit.